Branchenkompass 2011

Versicherungen

Aktuelle Entscheiderbefragung

Herausgeber:
F.A.Z.-Institut und Steria Mummert Consulting.
Veröffentlichung:
Juli 2011
Sprache:
Deutsch
Format:
32 Seiten, broschiert
ISBN-13:
9783899816648

75,00

Raus aus der Krise, rein in den Aufschwung? Ganz so rasant verlaufen die Konjunkturzyklen der Assekuranz nicht. Der Markt hat wieder Tritt gefasst und sein – gar nicht so tiefes – Tal verlassen. Zwar bringen die Cashcows wie die Lebensversicherung und die betriebliche Altersversorgung noch nicht das Neugeschäft, das die Branche überdurchschnittlich wachsen ließe. Dafür tauchen neue Risiken und neuer Bedarf an Versicherungsschutz auf. Klimawandel, Naturkatastrophen, alternde Gesellschaften – die Welt steht nicht still.

Der fortlaufende Aktualisierungsdruck nach neuen gesetzlichen Vorschriften hält die Branche in Atem. Insbesondere Solvency II und die damit verbundenen Eigenkapital- und Transparenzvorschriften veranlassen die Versicherer, ihr Risikomanagement auf allen Ebenen zu durchleuchten. Sicherheit, Gleichberechtigung und Transparenz halten dort Einzug, wo vorher noch mutige Anlagegeschäfte, strikte Sektorgrenzen und geteilte Zuständigkeiten herrschten. Strategische Neuausrichtungen, schlankere Prozesse und mehr Datenoffenheit prägen verstärkt das Profil der Versicherer. Im Ringen zwischen den privaten und gesetzlichen Kostenträgern im Gesundheitswesen haben die privaten Anbieter dank der Aufhebung des Dreijahresmoratoriums einen knappen Vorsprung vor den gesetzlichen Krankenkassen,
deren Konsolidierungsdruck fortbesteht.

Überhaupt Konsolidierung: Der Versicherungsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren weiter bereinigt. Neben Unternehmen verschwinden auch bekannte Marken, viele Player verfolgen eine Einmarkenstrategie. Die allein wird aber kaum ausreichen, um in Zukunft nennenswertes Neugeschäft zu generieren. Die Kunden informieren sich online, kommunizieren via Web 2.0 und kaufen Produkte, die flexibel ihrem individuellen Bedarf entsprechen. Günstige Preise als Auswahlkriterium – wie jahrelang im Wettbewerb unter den Kfz-Versicherern – entscheiden nicht mehr allein über den Kauf eines Produktes. Die ersten Direktanbieter sind vom Markt verschwunden, und die Kfz-Versicherer trauen sich wieder, steigende Prämien anzukündigen. Auch die Industrieversicherungen werden teurer. Zugleich fokussiert die Assekuranz stärker den Vertrieb. Makler sind herzlich willkommen, Strukturvertriebe müssen sich hingegen strecken, um zum Zuge zu kommen.


Im April und Mai 2011 haben wir für die vorliegende Studie 100 Führungskräfte aus 100 der größten Versicherungsgesellschaften in Deutschland über ihre Investitionsziele und Geschäftspolitik bis 2014 interviewen lassen. Die Topentscheider repräsentieren die wichtigsten Sparten der Personen- und Schadenversicherung: Leben, Kranken, Kfz, Haftpflicht, Industrie/Gewerbe und sonstige Sachversicherungen. Die Interviewpartner waren Vorstandsvorsitzende, andere Mitglieder des Vorstands oder Leiter der für Investitionen zuständigen Finanz- und Entwicklungsabteilungen sowie Leiter des Marketings. Das Marktforschungsinstitut forsa aus Berlin führte die Befragung in Telefoninterviews nach der Methode des Computer Aided Telephone Interviewing (CATI) durch. Wir haben die Ergebnisse untersucht und durch den Vergleich mit den Branchenkompass-Studien der Jahre 2002 bis 2008 Zeitreihen aufgestellt.