Die deutsche Wirtschaft wird das Wachstum im Euro-Raum weiter anführen. Sie profitiert vom rasanten Anstieg des Welthandels und der kräftigen Nachfrage in den Schwellenländern. Die Autoren der Wirtschaftsprognose 2011, die vom F.A.Z.-Institut in Zusammenarbeit mit der DZ BANK veröffentlicht wird, rechnen für das kommende Jahr mit einem Anstieg des realen BIP um 2,6%.
Download der Pressemitteilung im PDF-Format
Dagegen stehen die USA und einige europäische Staaten vor weiteren Sparmaßnahmen. Eine anhaltend hohe Arbeitslosigkeit bremst dort den privaten Konsum und belastet den Staatshaushalt. In diesem Umfeld wird die Diskussion über einen Abbau der Handelsüberschüsse der besser aus der Krise gekommenen Länder China und Deutschland wieder lauter geführt.
Die institutionelle Reform des IWF hat unterdessen das steigende Gewicht der Schwellenländer in der Weltwirtschaft zum Ausdruck gebracht. Die Verlagerung der wirtschaftlichen Dynamik nach Asien und Lateinamerika geht einher mit der dort wachsenden Bevölkerung und einem zunehmenden politischen Gestaltungswillen auf internationaler Ebene. Holger Steltzner, Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, beschreibt in seinem Beitrag diese Neuordnung der Welt auch als schmerzlichen Anpassungsprozess in den Industrieländern, auf den diese mit zunehmender Regulierung reagieren.
Für die Regierungen in den westlichen Demokratien ist der Wunsch der Bürger nach aktiver Gestaltung und Führung angesichts der Komplexität der Krisenbewältigung nur schwer zu erfüllen. Als wirtschaftspolitisch größte Herausforderung auf europäischer Ebene benennt Heike Göbel (Frankfurter Allgemeine Zeitung) die Sicherung der Stabilität des Euro-Raums.
Die Schuldenkrise einiger Euro-Staaten analysiert Jan Holthusen (DZ BANK). Er verweist auf die unterschiedlichen Ursachen, die auch bei der Lösung der Finanzprobleme zu beachten sind. Auf dem Weg aus dieser Krise sei Europa trotz der noch bestehenden Unsicherheit bereits weiter vorangekommen als andere hochverschuldete Staaten wie die USA und Japan. Insbesondere in den USA geht der wirtschaftliche Anpassungsprozess mit einer Strukturveränderung einher, die von hohen Haushaltsdefiziten und einer expansiven Geldpolitik begleitet wird. Bis eine gestiegene Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie dort zum Abbau der Leistungsbilanzdefizite beiträgt, bleibt die Arbeitslosigkeit hoch und erschwert die langfristige Konsolidierung. Dagegen profitiert die deutsche Industrie von einer hohen Arbeitsproduktivität, die auch in der Krise trotz des Erhalts von Arbeitsplätzen nicht stark gelitten hat. Nun kann das verarbeitende Gewerbe den weltwirtschaftlichen Aufschwung zur Erhöhung seiner Produktion nutzen. In nahezu allen Branchen werden 2010 zweistellige Zuwächse erreicht, der Maschinenbau wird dies nach Einschätzung von Hans-Günther Vieweg (ifo Institut) 2011 nachholen. Auf den Kapitalmärkten der USA und Deutschlands sorgen niedrige Zinsen für ein positives Umfeld, steigende Unternehmensgewinne geben den Aktien Auftrieb. Allerdings besteht insbesondere in den USA noch eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine kurzfristige Korrektur, bevor sich der Aufwärtstrend fortsetzt. Der Euro dürfte an Wert gewinnen. Weitere Preisaufschläge sind auch für Rohstoffe wie Erdöl zu erwarten. Dagegen bleibt die Preisentwicklung auf den Immobilienmärkten verhalten. In den Märkten, die von der Immobilienkrise erfasst wurden, dauert der Konsolidierungsprozess an.
Die Wirtschaftsprognose 2011 bietet Analysen und Ausblicke zur globalen, nationalen und sektoralen Wirtschaftsentwicklung. Namhafte Autoren der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, des Instituts für Weltwirtschaft und des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung ergänzen die Analysen von DZ BANK und F.A.Z.-Institut.
Die Wirtschaftsprognose wird herausgegeben von F.A.Z.-Institut für Management-, Markt- und Medieninformationen GmbH in Zusammenarbeit mit der DZ BANK AG.
Erscheinungstermin: November 2010
Umfang/Format: 120 Seiten, Hardcover
Preis: 45,00 Euro inkl. MwSt. und Versand
ISBN-13: 978-3-89981-707-2
Weitere Informationen zur Wirtschaftsprognose: www.laenderdienste.de
Kontakt : k.gangl@faz-institut.de; Tel. 069 / 75 91 – 22 17