28. November 2011

Weltkonjunktur 2012: Moderate Expansion – große Risiken

Die Wirtschaftsprognose 2012 bietet Analysen und Ausblicke zur globalen, nationalen und sektoralen Wirtschaftsentwicklung.

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Deutschland bleibt 2012 ein fester Anker in der Schuldenkrise der Industriestaaten. Zwar ist auch der deutsche Staat mit rund 80% der Wirtschaftsleistung verschuldet, doch deutsche Bundesanleihen sind gefragter denn je. Vor allem die konjunkturelle Dynamik, die die Neuverschuldung weit unter die Maastricht-Grenze von 3% drückt, wird Deutschland zugutegehalten. Damit ist das Land 2012 Orientierungspunkt in der schwächelnden Euro-Zone.

Die Überwindung der Schuldenkrise erfordert Reformen, die Wachstumskräfte freisetzen. Die öffentlichen Haushalte müssen saniert werden, und zwar letztlich aus eigener Kraft. Die gemeinsame Geldpolitik darf nicht zum Instrument der Fiskalpolitik werden. Holger Steltzner, Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, entschlüsselt die Lösungsvorschläge in der Diskussion um die europäische Schuldenkrise und zeigt deren ökonomische Grenzen auf.

Deutschland kommt in der europäischen Politik eine zentrale Rolle als Kreditgeber und Stabilitätsmodell zu. Doch die Bundesregierung steht unter starkem innenpolitischem Druck, auch die eigene Bevölkerung an den Früchten der guten konjunkturellen Entwicklung zu beteiligen. Heike Göbel sieht die Erfolgsaussichten der jüngsten Beschlüsse zu Steuern und Pflege skeptisch und die Frage nach den demokratischen Mitwirkungsrechten an Entscheidungen zur Lösung der europäischen Schuldenkrise 2012 auf die Agenda rücken.

Die Weltwirtschaft steuert auf die nächste Krise zu, wenn die Industrieländer ihre Staatsschulden nicht in den Griff kriegen. Allein die derzeitige Unsicherheit, ob die finanziellen und wirtschaftspolitischen Maßnahmen greifen, führt nach Einschätzung von Prof. Dr. Joachim Scheide zu einer Abschwächung des weltweiten Wachstums im Jahr 2012. Dabei betont er die zunehmende Bedeutung der großen Schwellenländer, die aber weiterhin von der Nachfrage in den Industrieländern abhängig sind.

Die Verunsicherung der Gläubiger von Staatsanleihen schlägt sich zunehmend auf die Refinanzierungsmöglichkeiten der südlichen Euroländer nieder und damit auf deren wirtschaftliche Perspektiven. Dagegen kann Deutschland trotz nachlassender Exportdynamik von einer lebhaften Binnennachfrage profitieren. Dadurch verringert sich die öffentliche Neuverschuldung und macht das Land zum Muster stabilitätsorientierter Strukturanpassung.

Die wirtschaftliche Abschwächung in wichtigen Absatzmärkten ist auch in der verarbeitenden Industrie spürbar geworden. Die Auftragseingänge und die Umfrageergebnisse des ifo Instituts deuten auf eine sanfte Landung der Konjunktur hin, bei der Inlands- und Auslandsnachfrage nahezu gleich stark zunehmen. Lediglich im gut ausgelasteten Maschinenbau und in der Textilindustrie wird die Produktion nach Einschätzung der Autoren aus dem ifo Institut 2012 nicht weiter wachsen. Die Beschäftigung dürfte außer in der Textilindustrie sogar noch leicht steigen.

Sicherheit statt Rendite bestimmt nach Einschätzung der Autoren der DZ BANK das Bild der Kapitalmärkte 2012. Niedrige Zinsen, gedämpfte Gewinnerwartungen und politische Unsicherheit prägen die Märkte in den USA und Europa. Dies lässt den Wechselkurs des Euro zum US-Dollar ohne klare Richtung schwanken. Edelmetalle und nachhaltige Anlagen bleiben auch im Abschwung weiterhin gefragt. Die konjunkturellen Hoffnungen der Weltwirtschaft liegen 2012 auf den aufstrebenden Ländern, die sich bereits der zurückliegenden Finanzkrise insbesondere durch eine Belebung der Binnennachfrage teilweise entziehen konnten.

Die Wirtschaftsprognose 2012 bietet Analysen und Ausblicke zur globalen, nationalen und sektoralen Wirtschaftsentwicklung. Namhafte Autoren der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, des Instituts für Weltwirtschaft und des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung ergänzen die Analysen von DZ BANK und F.A.Z.-Institut.

Hrsg.: F.A.Z.-Institut für Management-, Markt- und Medieninformationen GmbH in Zusammenarbeit mit der DZ BANK AG
Erscheinungstermin: November 2011
Umfang/Format: 112 Seiten, Hardcover
Preis: 45,00 Euro inkl. MwSt. und Versand
ISBN-13: 978-3-89981-681-5
Weitere Informationen zur Wirtschaftsprognose: http://www.faz-institut.de/publikationen/katalog/wirtschaftsprognose-2012

Kontakt : k.gangl@faz-institut.de; Tel. 069 / 75 91 – 22 17