28. September 2011

Mitarbeiteraktien in vielen AGs etabliert

GEO DACH Chapter und F.A.Z.-Institut stellen gemeinsame Studie vor.

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Gut jedes zweite Unternehmen, das in einem der deutschen Indizes DAX bzw. MDAX, im österreichischen ATX bzw. im  schweizer SMI notiert ist, bot seinen Mitarbeitern zwischen 2009 und 2011 in mindestens einem Jahr den vergünstigten Kauf von Belegschaftsaktien an. Diese Offerten standen in der Regel allen Beschäftigten offen, nicht nur Führungskräften. Somit ist das Angebot an Mitarbeiterbeteiligungsplänen in den drei DACH-Staaten Deutschland, Österreich und der Schweiz größer als bislang angenommen.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Aktienbasierte Mitarbeiterbeteiligung in Deutschland, Österreich und der  Schweiz“, die das GEO DACH Chapter und das F.A.Z.-Institut gemeinsam herausgeben. GEO ist ein weltweites Netzwerk zum Austausch von Wissen über die aktienbasierte Vergütung. Basis der Studie ist eine Befragung unter den Aktiengesellschaften in
den Indizes DAX, MDAX, ATX sowie SMI. Die globale Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 hat zwar einzelne Unternehmen dazu bewogen, ihre Mitarbeiterbeteiligungspläne vorläufig ruhen zu lassen, doch heute beabsichtigen mehrere Unternehmen, neue Mitarbeiterbeteiligungspläne in den kommenden Jahren hinzuführen. Aktuell ist der Anteil der Plananbieter unter den Aktiengesellschaften im Schweizer SMI (14 von 20 Unternehmen) am höchsten, gefolgt vom deutschen DAX (18 von 30 Gesellschaften). Der MDAX zählt 22 Anbieter von 50 Unternehmen, der ATX acht von 20 Unternehmen.
 

Die Unternehmen verfolgen mit einem Mitarbeiterbeteiligungsplan klare Ziele. An erster Stelle wollen sie die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen fördern, indem die Beschäftigten durch den Aktienkauf zu Mitinhabern des Unternehmens werden und eine größere Verantwortung für den Geschäftserfolg tragen. Das Eigentum an Aktien soll die Fachkräfte auch stärker an das Unternehmen binden. Die  meisten interviewten Experten sind sich einig: Die Mitarbeiterbeteiligung wird als HR-Instrument in Zukunft immer wichtiger. Viele Aktiengesellschaften bieten ihre  Beteiligungspläne auch in anderen Staaten an, schrecken aber davor zurück, sie an allen Standorten auszurollen. Vor allem die rechtlichen Vorschriften und langwierige Genehmigungsverfahren in einzelnen Staaten verursachen erhebliche Kosten für die Unternehmen. Ein EU-weites Basis -
modell für Beteiligungspläne könnte rechtliche Hürden abbauen und die Genehmigungen vereinfachen. Auch in Deutschland könnte der Gesetzgeber den Rahmen für die aktienbasierte Mitarbeiterbeteiligung verbessern, indem er die Doppelbesteuerung der Aktieninvestments und die Zeitpunktbewertung der Vermögensüberlassung aufhebt. Die Beschäftigten investieren aus dem Nettolohn in Belegschaftsaktien, und bei einem späteren Verkauf der Anteile fällt zudem die Abgeltungsteuer an. Auch die Bewertung der Vermögensbeteiligung nach § 3 Nr. 39 Satz 4 EStG schmälert
die Dividende der Beschäftigten, da sich zum Zeitpunkt des Angebotes keine Aussagen über die Höhe des geldwerten Vorteils treffen lassen.

Weitere Informationen: Dr. Guido Birkner, g.birkner@faz-institut.de, Tel. 069 7591-3251


Die Studie "Aktienbasierte Mitarbeiterbeteiligung in Deutschland, Österreich und der Schweiz" wird herausgegeben von F.A.Z.-Institut für Management-, Markt- und Medieninformationen GmbH und GEO DACH Chapter.

September 2011, ISBN 978-3-89981-683-9, Preis: 75 Euro


Weitere Informationen:
Karin Gangl, E-Mail: k.gangl@faz-institut.de, Tel. 0 69 / 75 91 – 22 17 oder unter http://www.faz-institut.de/publikationen/katalog/aktienbasierte-mitarbeiterbeteiligung-deutschland-oesterreich-und-der-schweiz