8. Februar 2012

Jederzeit frische Stadttomaten

Bestehende Bauten könnten bald für den Anbau von Gemüse genutzt werden

Fraunhofer UMSICHT_0.jpgFlachdächer vieler Gebäude eignen sich für den Anbau von Gemüse. Dort installierte Gewächshäuser können auch Abwärme und gereinigtes Abwasser des Gebäudes nutzen. In Deutschland gibt es solche Plantagensysteme noch nicht. Aber vielleicht bald: „Wir entwickeln in unserem Projekt inFarming – kurz für integrated farming – Lösungen für die urbane Landwirtschaft, die man rasch umsetzen kann. Unser Ziel ist es, bestehende Bauten für den Anbau von Gemüse zu nutzen“, erklärt Volkmar Keuter, Projektleiter am Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen. Grundsätzlich eignen sich für den Anbau in solchen Stadtfarmen viele Pflanzensorten. „Neben Gemüse und Obst wollen wir auch den Anbau von Wirkstoffpflanzen untersuchen.“ Die Vorteile: geringerer Flächenverbrauch für die Landwirtschaft, kaum Transportkosten und dadurch weniger Emissionen sowie frischere Produkte, denn die Tomaten wachsen direkt beim Verbraucher. Die Abwärme des Hauses und zusätzliche Solarmodule sollen ausreichen, um die Gewächshäuser mit Energie zu versorgen. Ideal sind semitransparente Solarzellen, die den Pflanzen nicht das Licht zum Wachsen nehmen. Auch der Wasserverbrauch ist minimal, da in einem geschlossenen Kreislauf Schmutzwasser gereinigt und wieder zum Gießen genutzt wird. Multifunktionale Mikrosiebe und fotokatalytische also selbstreinigende Beschichtungen stellen die Qualität des Wassers sicher. Sogar Nährstoffe für die Pflanzen können aus Regen- und Abwasser herausgefiltert werden. Weitere Informationen unter www.infarming.de.

Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft
Bild: Fraunhofer UMSICHT